Schwitzhütte

Zeremonie der heißen Steine

Annäherungen an das Ritual

Die Schwitzhütten–Zeremonie ist ein uraltes Ritual, das u.a. der Reinigung von Körper, Verstand, Herz und Geist dient und vor bestimmten Anlässen und Ereignissen durchgeführt wird.

Mit Hilfe der Schwitzhütte kannst du zugleich Dank, Respekt und Achtung der Schöpfung gegenüber ausdrücken, über die wir Menschen uns mehr und mehr erhoben und wobei wir selbst mehr und mehr Schaden nehmen. So bitten wir während der Zeremonie auch um Heilung unserer Mutter Erde und all ihrer Verwandten. Wir Menschen sind nur ein Teil der Schöpfung.

Die "Spirits" der Schwitzhütte laden dich dazu ein, hereinzukommen in den Bauch von Mutter Erde (die Hütte gleicht dem Bauch einer auf dem Rücken liegenden schwangeren Frau), um innezuhalten, loszulassen und dir bewusst zu machen, wo du dich befindest.

Du kannst "Danke" sagen, wem und wofür auch immer, oder um Kraft bitten. Was immer dir am Herzen oder als Aufgabe vor dir liegt, hier kannst du Kraft schöpfen. Du kannst loslassen, was du nicht mehr brauchst oder dich daran hindert, deinen Weg zu gehen. Vielleicht entdeckst du in dir Verborgenes oder Verdrängtes. In einer Schwitzhütte kann viel passieren. Es kommt darauf an, was du daraus machst

Ein Blick zurück

Es gab einmal Zeiten, da war die Schwitzhütte (oder das Schwitzhaus) in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen über die ganze Erde verteilt:

  • Schon vor 5000 Jahren war den Indern die therapeutische Anwendung heißer Bäder bekannt.
  • Die Ägypter hielten für ihre Besucher Säle mit heißer Luft bereit.
  • Bereits die Völker, die vor den Kelten und Germanen in unseren Gegenden wohnten, kannten ein Schwitzritual.
  • In der Kaukasusgegend gibt es prähistorische Funde von Schwitzhütten aus der Eiszeit. Sie bestanden aus den Rippenknochen von Mammuts.
  • Die Skythen (indogermanische Reitervölker), die zwischen Osteuropa und Ostasien die Steppen durchstreiften, hatten Schwitzhütten und Zeremonien, die an indianische Formen erinnern.
  • Schwitzhüttenrituale waren früher in ganz Nordamerika verbreitet.

schwitzhuette

Diese ganzheitliche Form der Reinigung ging den Menschen durch zunehmende Entfremdung zur nährenden Mutter Erde verloren. Wir unternahmen in unserer zivilisierten Welt enorme Anstrengungen, uns aus diesem Lebenssystem hinaus zu katapultieren. So ist die "traditionelle" Schwitzhütte heute nur noch bei einigen Nationen der nordamerikanischen UreinwohnerInnen zu finden und wird von einzelnen Personen in ihrer ursprünglichen und überlieferten Form lebendig gehalten.

Mitten drin

Die Schwitzhütte ist jetzt bereit und so legen wir all unsere Kleidung ab, kriechen durch die kleine, niedrige Tür hinein und sitzen auf dem Boden. Vor uns in der Mitte ist die Kuhle, die unser/e Feuerhüter/in mit glühenden Steinen füllt, welche draußen in einem heiligen Feuer erhitzt wurden. Alles, was mit diesem Feuer zu tun hat, liegt in der Obhut des/der Feuerhüters/hüterin. Wir segnen jeden Stein, der hereingebracht wird, mit Kräutern, die verräuchern und die Hütte mit ihrem Aroma füllen. Der/die Feuerhüter/in schließt die Tür, sodass kein Licht mehr hereinkommen kann.

Nun sitzen wir hier in der Dunkelheit im Kreis zusammen, vor uns in der Mitte die glühenden Steine. Ich beginne mit den Begrüßungsaufgüssen und der Danksagung und leite dich dann durch die vier Zyklen der Reinigung, wobei nach jedem Zyklus der Eingang der Schwitzhütte geöffnet wird und du frische Luft atmen und Wasser trinken kannst.

Wenn du noch niemals in einer Schwitzhütte warst, werden dir keine Worte vermitteln können, wie es sich anfühlt, hier zu sein. Wenn du schon einmal in einer Sauna warst, kannst du dir die Hitze vorstellen. Aber du kannst dir den Geist der Schwitzhütte nicht vorstellen, den Geist der Steine und des Feuers, des Wassers und des Dampfes, das Verschwinden von Raum und Zeit sowie die Rückkehr der Schöpfung in unser Bewusstsein.

Spirituelle Achtsamkeit

Viele "Native Americans" äußerten Bedenken darüber, dass "Nicht–Indianer" ihre eigene Schwitzhütte bauen. Sie befürchten, Menschen könnten sich dadurch, dass sie diesen Weg nicht ausreichend würdigen und respektieren, selbst Schaden zufügen. Deshalb bitte ich dich, den Ort der Zeremonie als heiligen Ort zu betrachten, denn die Reinigung von Körper, Verstand, Herz und Geist ist ein Weg von großer Kraft.

Nach der Reinigung:

Jede/r trägt etwas zum gemeinsamen Essen nach der Zeremonie bei und gibt ein kleines Dankeschön an den/die Feuerhüter/in.
Spenden für Holz, Decken, Kräuter etc. werden natürlich auch dankend von mir angenommen.

Mitzubringen:
  • 2 große Handtücher
  • Decke/Sitzunterlage
  • Ess-Geschirr, Besteck und Tasse
  • Taschenlampe
Nächster Termin:

Samstag, den … 2013 ab 13.00 Uhr im Wildniscamp in 78730 Lauterbach-Sulzbach.

Mitakuye oyasin
Für alle meine Verwandten und Ahnen

 
bottom